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Auf einen Blick

POSITIONEN DES IZZ ZUR REFORM DER ZUCKERMARKTORDNUNG 2015

NEUORDNUNG DES EU-ZUCKERMARKTS

Die zuckerverarbeitende Lebensmittelwirtschaft in Deutschland tritt für eine wettbewerbs- und zukunftsorientierte Neuordnung des Europäischen Zuckermarktes ein.

ERHALT DER ZUCKERERZEUGUNG IN DER EU

Zuckererzeugung in der EU und adäquater EU-Außenschutz sind notwendig. Der von der Politik gewollte Schutz sollte aber allein den Rübenerzeugern zu Gute kommen.

AUFGABE DES QUOTENSYSTEMS

Das Quotensystem für Zucker wird mit der gerade vereinbarten Reform der Europäischen Argrarpolitik im 2017 aufgegeben werden. Das ist zwei Jahre zu spät.

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Montag
Jan142013

Infozentrum Zuckerverwender fordert fairen Zuckermarkt

Abschaffung der Zuckerquote und Zollsenkung überfällig

(Bonn, 17.01.2013) Die zuckerverwendenden Unternehmen der Lebensmitteindustrie spüren immer mehr die negativen Auswirkungen des marktverzerrenden Zuckerquotensystems in der Europäischen Union. In Deutschland und Europa geraten die Hersteller von Konfitüren, Limonaden sowie Süß- und Backwaren wirtschaftlich immer weiter unter Druck.

In einer Pressekonferenz in Berlin am 14.01.2013 verdeutlichten die Vorsitzenden und Vertreter der im Infozentrum Zuckerverwender (IZZ) zusammengeschlossenen Verbände die angespannte Situation der zuckerverwenden Unternehmen der Lebensmittelindustrie aufgrund der planwirtschaftlichen Zuckermarktregelung. Das IZZ fordert die endgültige Abschaffung der EU-Zuckerquote im Zuge der anstehenden Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik in der EU, wie sie auch von der EU-Kommission selbst vorgeschlagen wird. Die Zuckerquote ist zum Hemmschuh geworden und behindert Wachstum in der nachgelagerten mittelständisch geprägten Lebensmittelindustrie. Eine wirtschaftliche Notwendigkeit einer europäischen Zuckerquote zum Schutz für die Anbieter von Zucker besteht nicht mehr. Die Zuckerquote und der übertrieben hohe Einfuhrzoll für Zucker sind nach Auffassung des IZZ nicht mehr zu rechtfertigen.

Dr. Dietmar Kendziur, Vorsitzender des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie: „Immer mehr Hersteller von Konfitüren, Limonaden sowie Süß- und Backwaren verspüren die Folgen der Versorgungsunsicherheit bei Zucker und der massiven Preissteigerungen. Die Versorgungsprobleme und die damit verbundene Ertragserosion haben bereits zu Übernahmen und Betriebsschließungen beigetragen. So wie das System jetzt ist, kann es nicht bleiben. Wir haben eine chronische Unterversorgung des EU-Quotenzuckermarktes, obwohl wir in den vergangenen Jahren sehr gute Ernten hatten – die Lager sind voll! Nur kommen unsere Unternehmen wegen der Quotenregelung an diesen Zucker nicht heran. Die zuckerverwendenden Unternehmen der Lebensmittelindustrie und der Getränkewirtschaft benötigen mehr Wettbewerb im Zuckermarkt und kein starres Quotensystem.“

Wolfgang Stubbe, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Mineralbrunnen: „Die derzeitige Quotenregelung und Abschottung des europäischen Zuckermarktes ist kein Garant für eine vollständige Versorgungssicherheit für Verbraucher und Verwender in der EU, wie immer wieder behauptet wird. Der dramatische Versorgungsengpass aus dem Jahr 2011/2012 hat das Gegenteil bewiesen, und so etwas kann sich jederzeit wiederholen. Das bestehende System, welches oft Wachstum unterbindet, passt auch nicht in die aktuelle gesamtwirtschaftliche Lage der Europäischen Union.“

Konrad Linkenheil, Vorsitzender des Bundesverbandes der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie: „Der Zuckermarkt führte in den vergangenen Monaten mit seiner Mengenbeschränkung aufgrund der EU-Zuckerquote zu künstlichen Versorgungsengpässen und drastischen Zuckerpreissteigerungen. Im Herbst 2011 stieg das Niveau des EU-Zuckerpreises sprunghaft um bis zu 50 Prozent. Der Durchschnittspreis für Zucker (Ab-Werk) liegt in der EU aktuell bei 728 €/t. Der Weltmarktpreis (ohne Transportkosten) hingegen liegt derzeit nur bei rund 390 €/t. Zwar stieg der EU-Zuckerpreis 2011 mit dem Weltmarktpreis an. Doch obwohl der Weltmarktpreis im Laufe des Jahres 2012 deutlich gesunken ist, verharrt der EU-Zuckerpreis auf einem konstant hohen Niveau. Die Preisschere zwischen Weltmarktpreis und EU-Preis ist nicht länger hinnehmbar. Die hohen EU-Preise zerstören die internationale Wettbewerbsfähigkeit der zuckerverarbeitenden Ernährungsindustrie. Verantwortlich für die nicht zu rechtfertigenden überhöhten Preise in der EU ist der überhöhte EU-Schutzzoll von 419 €/t. Der Zoll muss daher zügig gesenkt und bei hohen Weltmarktpreisen ausgesetzt werden, um der Lebensmittelindustrie Versorgungssicherheit zu wettbewerbsfähigen Preisen zu garantieren.“

Karl-Heinz Johnen, Geschäftsführer der Zentis GmbH & Co. KG: „In den vergangenen Jahren gab es eine dramatische Engpasssituation bei der Zuckerversorgung. Es war zeitweise nicht möglich, ausreichend Zucker für unsere Produktion zu beschaffen. Viele Lebensmittel- und Getränkehersteller hatten ernsthafte Versorgungsschwierigkeiten. Ob im Laufe des Jahres die notwendigen Mengen durch Maßnahmen der EU-Kommission zur Verfügung gestellt würden, war nicht klar. Planungssicherheit war nicht vorhanden. Seit Herbst 2010 hat die Europäische Kommission insgesamt 19 Notmaßnahmen ergreifen müssen, um das Gleichgewicht am planwirtschaftlichen EU-Zuckermarkt wiederherzustellen. Als Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft sind wir gewohnt, selbstständig und flexibel auf kritische Situationen reagieren zu können. Am Zuckermarkt ist uns dies verwehrt. Wir können unser Geschäft nicht permanent auf Notfallmaßnahmen aufbauen. Die Quote passt nicht mehr in die Zeit.“